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    • Die Lehren und Weisheiten aus Surat al-Mulk: Allahs Anregungen zum Nachdenken

       

       

      Ayat 15 bis 22

      An dieser Stelle beginnt im Grunde genommen ein Abschnitt, in dem Allah der Erhabene die Menschen auf verschiedene Art und Weise dazu anregt, nachzudenken und vernünftig zu sein. Er macht auf Sonderheiten in Seiner Schöpfung aufmerksam, Er erinnert und Er stellt (rhetorische) Fragen.

       

      هُوَ الَّذِي جَعَلَ لَكُمُ الْأَرْضَ ذَلُولًا فَامْشُوا فِي مَنَاكِبِهَا وَكُلُوا مِن رِّزْقِهِ وَإِلَيْهِ النُّشُورُ 

      Er ist Derjenige, Der die Erde für euch „dhaloulan“ gemacht hat (…)

      Allah geht nun mehr darauf ein, dass er der Erschaffer ist, indem er beschreibt, was er erschaffen hat. Die erste wichtige Information steckt in für euch. Die Erde wurde exklusiv für uns (die Menschen und die Jinn) geschaffen. Es ist also nicht irgendein Ort, auf den wir drauf geworfen werden. Wäre es so, dann könnte die Erde genauso gut dem Mars gleichen. Nein, vielmehr ist die Erde für uns angepasst worden und Allah erklärt das in diese Aya, wenn es heißt, dass Er uns die Erde „dhaloulan“ ذَلُولًا gemacht hat. „Dhaloulan“ ist etwas, das unterwürfig ist oder etwas, das weich, leicht, sehr einfach oder niedrig ist. Die Erde ist für den Menschen in viererlei Art „dhaloulan“: Erstens ist die Erde leicht zu bereisen und zu bewandern, zweitens ist sie weich und flexibel in dem Sinne, als das wir durch, mit und auf ihr bauen können. Drittens ist sie fruchtbar, sodass wir sie bepflanzen und von ihr ernähren können und viertens ist sie handlich für uns, da sie Stabilität aufweist und uns und unser Schaffen aushält. Kurz gesagt: Die Erde wurde so geschaffen, dass wir auf ihr leben und uns entwickeln können. Uns geht es gut.

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    • Die Lehren und Weisheiten aus Surat al-Mulk: Die Versammlung bei Allah

       

       

      Ayat 23 bis 30

      قُلْ هُوَ الَّذِي أَنشَأَكُمْ وَجَعَلَ لَكُمُ السَّمْعَ وَالْأَبْصَارَ وَالْأَفْئِدَةَ قَلِيلًا مَّا تَشْكُرُونَ 

      Sprich: Er ist Derjenige, Der euch hat entstehen lassen und exklusiv Gehör, Augenlicht und Herzen für euch gemacht hat. Wie wenig dankbar ihr seid!

      Das erste Wort dieser Aya („Qul“ قُلْ: „Sprich“) verdeutlicht, dass der Rezitierende nur ein Übermittler der Botschaft ist, der auf einen Befehl befolgt. Die tatsächliche Quelle dieser Worte ist Allah.

      Anschließend heißt es „ansha2akum wa ja3ala lakum“ أَنشَأَكُمْ وَجَعَلَ لَكُمُ was so viel bedeutet wie (…) euch erschaffen, gedeihen lassen und groß gezogen hat und exklusiv für euch (…) erschaffen hat. Allah nennt anschließend die drei Dinge, die exklusiv für uns erschaffen wurden: (1) Die Fähigkeit des Hörens (Das Wort „as-Sam3a“ السَّمْعَ beschreibt die allgemeinste Form des Hörens), (2) „al-Absaar“ الْأَبْصَارَ. Dies ist der Plural von Sehkraft oder Augenlicht und kann so verstanden werden, dass Allah den Menschen die Fähigkeit des Sehens schenkte, die Menschen jedoch unterschiedliche Perspektiven haben, also dieselbe Situation beobachten, aber nicht das gleiche sehen. (3) Zu guter Letzt kommt „al-Af2ida“ الْأَفْئِدَةَ, womit die Herzen und darin inbegriffen Emotionen, Leidenschaften und Gelüste gemeint sind.

      قَلِيلًا مَّا تَشْكُرُونَ

      (…) Wie wenig dankbar ihr seid!

      Obwohl Allah uns so viel gibt, ist die Dankbarkeit verschwindend gering. Darin steckt aber noch mehr, als nur eine bloße Feststellung, denn für Dankbarkeit, muss man bewusst wahrnehmen. Und wer gläubig ist, der wird automatisch dankbar sein, ein gläubiger Mensch hat also eine hohe Bewusstseinsebene und nimmt auf dieser ganz anders wahr. Wir können also unsere Fähigkeiten für das Gute nutzen: Das Sehen bzw. die Augen, wie in den ersten Ayat erwähnt. Das Hören bzw. die Ohren, beispielsweise um den Quran zu hören und zu lernen oder wie in Aya 10 beschrieben, um die Botschaft zu vernehmen. Selbst die Gelüste und Leidenschaften sind nicht von Grund auf verwerflich, solange wir ihnen in dem von Allah gegebenen Rahmen nachgehen. Dies alles ist und führt zu Dankbarkeit. Undankbarkeit hingegen ist der Missbrauch all jener Fähigkeiten.

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    • Die Lehren und Weisheiten aus Surat al-Mulk: Jede Entscheidung trägt eine Konsequenz mit sich

       

       

      Ayat 6 bis 14

      Während in den ersten fünf Ayat noch Allah mit seinen Eigenschaften im Mittelpunkt steht, befassen sich die nun folgenden mit einem etwas anderen Themen. Es geht um das Handeln und das Treffen von Entscheidungen, sowie die daraus resultierenden Konsequenzen. In den Ayat von sechs bis einschließlich elf werden die schlechten und falschen Entscheidungen mitsamt ihrer Konsequenzen beschrieben. Der warnende Charakter der Sura wird nun das erste Mal in einer sehr imposanten Art und Weise deutlich.

       

      وَلِلَّذِينَ كَفَرُوا بِرَبِّهِمْ عَذَابُ جَهَنَّمَ وَبِئْسَ الْمَصِيرُ

      Und was diejenigen betrifft, die ihren Herren (und Erzieher) ablehnen und verleugnen, für die gibt es die Strafe der Hölle/ Folterkammer – Der Ausgang ist böse und schlecht.

      „Kafarou birabbihim“  كَفَرُوا بِرَبِّهِمْbezeichnet diejenigen, die Allah nicht als ihren „Rabb“ (Herren, Erzieher) annehmen und ihn stattdessen verleugnen. Das Wort „kafarou“ كَفَرُوا bedeutet, die Wahrheit bewusst zu verdecken. Das impliziert, dass die Wahrheit als solche bereits bekannt ist, da man sie ja sonst nicht bewusst verdecken könnte. Folglich sind diese Worte auch ein Appell an das Gewissen des Lesers/ Zuhörers: „Eigentlich weißt du doch, dass Allah dein Rabb ist. Wer hat die Welt geschaffen, denk doch mal nach!“

      Diejenigen, die ihren Rabb also nun verleugnen und ablehnen, für die gibt es die Strafe „jahannam“ جَهَنَّمَ, also die Hölle oder auch Folterkammer. Und Allah beschreibt diese Folterkammer mit „bi2sa al-maseer“ بِئْسَ الْمَصِيرُ. Die Wurzel des ersten Wortes, „bi2sa“ بِئْسَ, ist das Böse oder das Schlechte. „Al-Maseer“ الْمَصِيرُ meint das Erreichen eines Zieles nach langer Zeit. Dies kann man also so verstehen, dass der Moment am Ende der „Reise“ – der Tod – also ein schlechter sein wird.

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